Wikitude – the end of online marketing as we know it?

In letzter Zeit liest man vermehrt über Wikitude. Wikitude ist eine Mischung aus Augmented reality und Wikipedia für Mobiltelefone. Es bietet ueber eine offene Schnittstelle die Möglichkeit die eigene Umwelt zu geotaggen, mit infos zu versehen und Beitraege in die Wikitude-Community einzustellen. Gleichzeitig greift es bereits auf vorhandene Einträge von Wikipedia und Qype zu. Die Nutzer von Wikitude, bzw. der mobile app “Wikitude World Browser”, koennen diese Daten dann auf ihrem Kameradisplay ansehen, die Einblendung erfolgt automatisch je nach Standort. Angeblich läuft die 2008 ursprünglich für Android gelaunchte Anwendung seit ein paar Tagen auch auf dem Iphone, über den deutschen shop ist sie allerdings gerade nicht erhältlich. Bis gestern stand auf der website auch noch “coming to an iphone near you soon”  ;-).

Hier ein Film, der das Prinzip recht schnell verständlich macht:

Ich bin davon überzeugt, dass Wikitude eine der Killer Apps der nächsten Jahre werden wird. Wie soll es anders sein,  vereint diese kleine app doch Elemente aus allen digitalen Superwachstumssegmenten – sie ist mobile, location based, community driven und bietet eine user experience, die auf einer schicken neuen Technologie basiert. recipe for success.

Aber das ist womöglich erst der Anfang. Ich denke, dass apps wie diese in Zukunft mit tag readern verschmelzen werden (QR code oder wie auch immer die tags heissen werden). Dass weiterhin die Informationsquellen, die angezapft werden von den Nutzern leicht konfiguriert und individuell nach gusto gewählt werden können – ob es der ökotest oder der warentest oder einer der zahlreichen product watch feeds ist. Und damit haben wir den Einstieg in ein komplett neues Impulskaufverhalten. Es ist denkbar, dass diese apps es in zwei, drei Generationen zu einem Kinderspiel machen werden, den richtigen Joghurt aus dem Regal zu fischen, nämlich entweder den, der den geringsten Zuckeranteil aufweist oder den, welcher den kürzesten Anfahrtsweg hatte oder den, welcher vom politisch korrekt gesinnten Milchfabrikanten hergestellt wurde.

Wie immer ist die Technologie nur der eine Teil und die gesellschaftlich determinierten Auswahlschwerpunkte im shopping Prozess der andere. Wobei ich annehme, dass gesunde und fair hergestellte Nahrung für den Teil des mainstreams, der sie sich leisten kann, mit zunehmender Anzahl an Lebensmittelskandalen auf der Prioritätenliste weiter nach oben steigen wird. Auch ist diese Technologie nicht vor Manipulation geschützt, Inhalte sind immer noch Inhalte und werden von Sendern mit bestimmten Interessen produziert. Dennoch wird – Benutzerfreundlichkeit vorausgesetzt – der Ansatz eines AR-overlays  den Supermarktbesuch revolutionieren und die Rolle unserer kleinen Leuchttürme – der Brands – und speziell derer aus dem FMCG Segment von Grund auf in Frage stellen.

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